Was ist die Marea granate?

Marea granate (Die Weinrote) Flut ist eine transnationale unparteiische Bewegung von Einwanderern und Einwanderinnen spanischer Staatsangehörigkeit und Sympathisanten, die außerhalb ihres Geburtslandes gegen die Ursachen und deren Verursacher, die zur wirtschaftlichen und sozialen Krise geführt haben und uns zur Auswanderung gezwungen haben, kämpft.

Unser Kollektiv wurde in der Hitze der Entstehung anderer sozialen Bewegungen geboren, die in den letzten Jahren in Spanien gegründet wurden. Wir erweitern diese über die Grenzen unseres Landes. Unsere Flut ist Weinrot, wie die Farbe unserer Pässe, als Symbol für erzwungene Migration.

Warum kämpfen wir?

Unsere derzeitige Situation als Einwanderer und Einwanderinnen ist eine direkte Folge der in Spanien durchgeführten Sparpolitik-Maßnahmen und der darauffolgenden zunehmenden sozialen Ungerechtigkeit. Korruption –von skrupellosem System gefördert, sowohl national als auch global– nahm uns unseren Raum weg und die nicht vorhandenen Demokratie, unsere Stimme. Eine Minderheit krank von Gier, trifft Entscheidungen, die in ihrem eigenen exklusiven Nutzen dienen. Wir denunzieren die aktuelle Rolle der Troika (EU, EZB und IWF) und das neue System bei dem die Wahlstimme extra beantragt werden muss.

Wir rufen zur Analyse und verurteilen die zerstörerischen Folgen des aktuellen Wirtschaftssystems. Einerseits durch die Identifizierung der Ursachen, die uns dazu brachten unsere Heimatorte, unsere Familien und unsere Freunde zu verlassen. Andererseits, durch Hervorheben der schwierigen Lebensbedingungen der Migranten und Migrantinnen.

Wir sind uns bewusst, dass wir keinen isolierter Kampf führen, und dass die Ursachen, die dazu geführt haben, Spanien zu verlassen anderen Ländern auch nicht fremd sind. Deswegen wollen wir Brücken zu lokalen Gruppen um uns herum bauen. Darüber hinaus gibt es andere Einwanderer und Einwanderinnen-Gruppen in unseren Gastländern, mit denen wir zusammenarbeiten, um ein gegenseitigen Support-Netzwerks für Neuankömmlinge zu schaffen. Die Weinrote Flut kristallisiert ein geteiltes Gefühl und das Interesse die Lage zu verbessern.

Wie organisieren wir uns?

Wir sind eine horizontale Bewegung die sich regelmäßig in virtuellen bzw. persönlichen Vollversammlungen trifft, sowohl lokal als auch global. Wir ermutigen neue Formen der Partizipation, Selbstorganisation und Verteidigung unserer Rechte über die Grenzen hinaus. Um dies zu tun, weben wir ein internationales Netz von Zusammenarbeit, gemeinsam mit anderen Initiativen, um eine gerechte Zukunft ohne Unsicherheit zu bauen.

Charakteristische Elemente unserer Aktionen sind Gewaltlosigkeit, gegenseitige Achtung, Selbstorganisation, Solidarität und streben nach dem Gemeinwohl.

Wie kann ich in der weinroten Flut teilnehmen?

Wir gehen davon aus, dass jede Person viel beizutragen hat. Wenn Sie schon migriert haben, treten Sie der lokalen Weinroten Flut Gruppe bei. Wenn es noch keine gibt, empfehlen wir Ihnen, eine zu gründen.

Wenn Sie in Spanien sind, laden wir Sie ein, Sichtbarkeit auf unserer Bewegung zu verleihen.

Email: coordinacion (a) mareagranate.org

1 Comment

  1. Alfon 20/08/2014 at 15:54

    Acto Informativo Campaña Alfon Libertad
    6 Septiembre 19h Berlin

    Am 14. November 2012 wurde zum ersten Mal in der Geschichte der EU in mehreren Ländern gleichzeitig zum Streik aufgerufen. In Italien, Malta, Portugal, Spanien und Zypern fand ein eintägiger Generalstreik statt. In anderen Ländern wie Frankreich und Griechenland hat es Solidaritätsaktionen und Demonstrationen gegeben, auch in Belgien schlossen sich einige Bereiche dem Streik an.
    An diesem Tag wurde Alfon durch die Polizei in Madrid festgenommen, als er auf dem Weg zu einem Streikposten war. In seinem Besitz soll sich ein Rucksack mit Sprengstoff befunden haben, so wird es von der Polizei behauptet. Desweiteren soll er Mitglied einer organisierten Vereinigung sein. Dabei soll es sich um die Bukaneros (eine antifaschistische Ultragruppierung des Fussballvereins Rayo Vallecano) handeln. Nach 56 Tagen in U-Haft (in der FIES 5), wurde Alfon vorerst frei gelassen. Sein Prozess findet am 18. September 2014 in Madrid statt. Wie aus Justizkreisen verlautet kann er fünfeinhalb bis acht Jahren Haft bekommen.
    Spanien befindet sich in einer wirtschaftlichen Rezession, die Jugendarbeitslosigkeit liegt bei 53,5%, die Regierung fordert von der Bevölkerung die Unterwerfung unter das Spardiktat der EZB, 80% der Jugendlichen unter 30 Jahren leben noch im Elternhaus, gleichzeitig gibt es täglich 106 Zwangsgräumungen landesweit. Die Ausgaben für Materialen der Einsatzpolizei wurden um 1.780% erhöht, dass die Wenigen, die sehr viel besitzen auch in Krisenzeiten nicht zuviel verlieren. Die, die viel zu verlieren haben, beteiligten sich in hoher Anzahl am Generalstreik.
    Alfon, ein 22-jähriger Genosse, der sich ebenfalls am Streik beteiligte, soll nun kriminalisiert werden, stellvertretend für alle die Widerstand gegen die herrschenden Zustände leisten. Auch andere wurden in der letzen Zeit für ihre Teilnahme an Streiks verhaftet und zu Gefängnisstrafen verurteilt. Alfon und Elena aus Vallekas werden über die Kämpfe berichten.*

    INFOVERANSTALTUNG Samstag 6. September 2014 19 Uhr
    Versammlungsraum im Mehringhof | Gneisenaustrasse 2a | U-Bhf Mehringdamm

    *Simultandolmetscher Spanisch-Deutsch

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